Spiritueller Impuls in der Fastenzeit: ...im Anfang war das Wort

Unser Impuls am 13.3. kommt von Martin Stapper, Geschäftsführer der Kongregation

Leise Instrumental-Musik zum Ankommen: (nach eigener Wahl)

Impuls: … im Anfang war das Wort …

Geht es Ihnen auch manchmal so? In dem Moment, in dem man ein Wort oder einen Satz ausspricht, weiß man schon, dass das falsch oder unpassend ist. Man könnte sich auf die Zunge beißen, aber das nützt jetzt auch nichts mehr. Es ist raus.

Andererseits: Kennen Sie die Situation, dass eine guter Freundin eine Bemerkung macht und Sie denken „das passt jetzt gar nicht zu ihr“. Hinterher stellt man dann fest, dass die Bemerkung ganz anders gemeint war oder aus dem Zusammenhang gerissen wurde.

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Am Anfang war das Wort. Am Anfang ist das Wort.

Und das Wort ist Anfang. Das Wort ist Anfang mancher Missverständnisse. Das Wort ist Anfang manchen Streits. Das Wort steht am Anfang von Kriegen.

Aber das Wort ist auch Anfang und der erste Schritt zur Versöhnung. Das Wort ist der Anfang von Beziehung, Freundschaft und Gemeinschaft. Das Wort ist Anfang von Klärung und Klarheit.

Kann uns denn die Heilige Schrift Hinweise geben im Umgang mit dem Wort? Kommunikation ist ein immer wieder präsentes Thema.

Im Buch der Sprichwörter steht beispielsweise in Kap 21, Vers 23:

„Wer seinen Mund hütet und seine Zunge bewahrt, der erspart seiner Seele manche Not.“

Heißt das, wir sollen schweigen? Immer oder immer öfter? Sollen wir, da wir uns in der Fastenzeit befinden, auf Worte verzichten, also das Wort fasten?

Musik: leise - Zeit zum Nachdenken? bspw. https://www.youtube.com/watch?v=UrPmJeY-PJI&list=OLAK5uy_nfLlgxmAY8c6Reoccb1o-pSqP4lucYkzk&index=3 (Siegfried Fietz: Schweigen-Ruhe-Gottes Stille)

In der Tat kann es Gelegenheiten geben, bei denen Schweigen Sinn macht:

 

Schweigen aus Respekt vor dem Gegenüber:

Oft formuliere ich in Gedanken schon Antworten, während der andere noch spricht. Ich höre also nicht wirklich zu, sondern konzentriere mich auf meine nächste Erwiderung. Mit anderen Worten: Was der andere sagt, ist mir nicht so wichtig – Hauptsache, ich werde gehört. Das ist nicht respektvoll und belastet echte Beziehungen.

So sollte ich mich in Gesprächen entscheiden, innezuhalten und auch mal still zu sein. Höre ich meinem Gegenüber aufmerksam zu und versuche zu verstehen, was in dem anderen vorgeht und was er sagen will.

– kurze Stille

Schweigen aus Selbstschutz:

Wenn ich von einem bestimmten Thema keine Ahnung habe, dann bin ich besser beraten, dazu zu schweigen. Ich sollte nicht versuchen, mich in der grossen Runde zu beweisen. Wenn ich direkt angesprochen werde, kann ich immer noch sagen: «Dazu hab ich mir noch nicht genug Gedanken gemacht», und andere bitten, etwas zu erklären.

– kurze Stille

Schweigen um Gottes Reden zu hören

Manchmal ist mir Stille unangenehm. Und so rede ich auch dann, wenn ich eigentlich nichts zu sagen habe. Oder ich vermeide auf andere Weise die Stille. Radio, Fernsehen, Internet – es gibt genug Mittel, um mich immer wieder beschallen zu lassen. Aber wenn ich Stille vermeide, vergebe ich die Chance, Gott zu hören. Manchmal möchte Gott zu mir reden. Antworten auf Fragen geben. Bestimmte Bereiche in meinem Leben ansprechen. Mir Ideen und Inspiration schenken. Und die Möglichkeit geben, Gefühle zu sortieren.

Gönne ich mir doch jeden Tag ein paar Minuten Stille. Gebe ich Gott Raum in meinem Leben.

– kurze Stille

 

Abschluss:

Es ist nicht einfach, das richtige Gleichgewicht zwischen Reden und Schweigen, zwischen Wort und Stille zu finden. Und noch schwieriger ist es, dieses Gleichgewicht über einen längeren Zeitraum zu halten.

Da können ein paar Zeilen aus einem bekanntes Lied als Gebet helfen:

Gib mir die richtigen Worte, gib mir den richtigen Ton.

Gib mir die guten Gedanken, nimm mir das Netz vom Verstand

Gib mir den längeren Atem; mein Atem reicht nicht sehr weit.

Segen:

So begleite uns an diesem Tag mit Deinem Segen

Du Gott des Wortes und des Schweigens: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen

Musik zum Ausklang: bspw. https://www.youtube.com/watch?v=pA7-Okwxshk (Manfred Siebald: Gib mir die richtigen Worte)

(Inhalte teilweise entnommen aus www.jesus.ch, Miriam Hinrichs)

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